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Lohn ist nicht gleich Lohn
Manche Christen
haben es nicht gern, wenn man von Belohnung redet. Das ist doch irgendwie
unmoralisch, denken sie. Erstens sollte man Gott freiwillig dienen und nicht
nur gegen Bezahlung. Und zweitens ist es doch reine Gnade, dass wir gerettet
werden. Wir können uns den Himmel doch nicht verdienen!
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Sorten Lohn
negativ:
Lohn
als Objekt der Begierde
positiv: Lohn
als Frucht des richtigen Verhaltens
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Wissen Sie, was ich glaube? Es gibt verschiedene
Sorten Lohn. Es gibt Lohn, der ist gerechtfertigt, und Lohn, der ist nicht
gerechtfertigt. Ich will versuchen, den Unterschied an einem nicht-religiösen
Beispiel klarzumachen.
Ein Mann lernt eine
wohlhabende Frau kennen. Ihr Reichtum sticht ihm ins Auge, und er beschließt,
sich auf ihre Kosten ein angenehmes Leben zu machen. Er schar-wenzelt vor ihr
auf und ab, er macht ihr schöne Augen, und schließlich gibt sie seinem Werben
nach und willigt ein, ihn zu heiraten. Er hat genau kalkuliert, und die
Rechnung ist aufgegangen. Er hat den Lohn, den er haben wollte. Nicht weniger,
aber auch nicht mehr. Das, was die Ehe wirklich schön macht - die Liebe, die
Treue, die Hingabe -, wird er nie erleben. Er hat das Geld der Frau gewonnen,
aber nicht ihr Herz. Das Guthaben wird schrumpfen, und eines Tages steht er
wieder mit leeren Taschen da. Hätte er nicht das Geld geliebt, sondern die
Frau, dann hätte er jetzt ein Guthaben, das ständig anwächst, einen Lohn, der
im wahrsten Sinn des Wortes unberechenbar ist, eine Quelle des Reichtums, die
immerzu und immer stärker sprudelt.
Ein anderes
Beispiel, diesmal ein religiöses. Ein paar Verse weiter in der Bergpredigt sagt
Jesus: „Hütet euch, eure Frömmigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen!
Sonst habt ihr von eurem Vater im Himmel keinen Lohn mehr zu erwarten."
(Matthäus 6,1). Jesus macht auch gleich drei praktische Anwendungen.
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Die erste Anwendung betrifft das Spenden von Geld: „Wenn du zum Beispiel
den Armen etwas gibst, lass es nicht vor dir her mit Posaunen ankündigen, wie
es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten
geehrt zu werden. Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn damit schon erhalten.
Wenn du den Armen etwas gibst, soll
deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut. Was du gibst, soll verborgen
bleiben. Dann wird dein Vater, der ins Verborgene sieht, dich belohnen."
(Matthäus 6,2-4).
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Die zweite Anwendung betrifft das Beten: „Wenn ihr betet, macht es nicht
wie die Heuchler, die sich zum Gebet gern in die Synagogen und an die
Straßenecken stellen, um von den Leuten gesehen zu werden. Ich sage euch: Sie
haben ihren Lohn damit schon erhalten. Wenn du
beten willst, geh in dein Zimmer, schließ die Tür, und dann bete zu deinem
Vater, der auch im Verborgenen gegenwärtig ist; und dein Vater, der ins
Verborgene sieht, wird dich belohnen." (Matthäus 6,5.6)
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Die dritte Anwendung betrifft das Fasten: „Wenn ihr fastet, setzt keine
Leidensmiene auf wie die Heuchler. Sie vernachlässigen ihr Aussehen, damit die
Leute ihnen ansehen, dass sie fasten. Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn damit
schon erhalten. Wenn du fastest,
pflege dein Haar und wasche dir das Gesicht wie sonst auch, damit die Leute dir
nicht ansehen, dass du fastest; nur dein Vater, der auch im Verborgenen gegenwärtig
ist, soll es wissen. Dann wird dein Vater, der ins Verborgene sieht, dich belohnen."
(Matthäus 6,16-18)
Sie sehen: Mit der
Liebe zu Gott ist es wie mit der Liebe zu einer Frau. Bei beidem kann man so
tun als ob; bei beidem kann man tief in seinem Inneren ganz andere Absichten
verfolgen. Wer auf einen bestimmten Lohn aus ist, der bekommt diesen Lohn. Der
Mitgiftjäger bekommt die Mitgift - und damit hat sich's. Der fromme Heuchler
bekommt die Anerkennung der Leute - und das war's dann auch. Der wahre Lohn
einer tiefen Gemeinschaft mit dem Partner und der wahre Lohn einer tiefen
Gemeinschaft mit Gott wird ihm nie ausgezahlt werden. „Ich sage euch: Sie haben
ihren Lohn damit schon erhalten." Aber wer darauf aus ist, mit Gott eine echte
Beziehung aufzubauen, dem erwächst aus dieser Beziehung der größte denkbare
Gewinn. Gott selbst ist letztlich unser Lohn (1. Mose 15,1).
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