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Eine Predigt wie ein Hamburger
Mich haben, als ich
über diesen Text nachdachte, vor allem zwei Dinge beschäftigt: die Frage nach
dem Reich Gottes und die Sache mit dem Lohn. Wir machen es jetzt so, dass ich
Ihnen diese beiden Stichworte wie ein Sandwich serviere: zuerst das Reich
Gottes, zuletzt den Lohn, und dazwischen ein paar grundlegende Beobachtungen zu
den Seligpreisungen. Hoffentlich schmeckt Ihnen diese Mahlzeit!
Erstes Stichwort: Gottes Reich
Himmelreich
=
Gottes
Reich
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Es gibt in diesen acht Seligpreisungen einen
Ausdruck, der zweimal vorkommt, und das ist kein Zufall - es handelt sich um
den Schlüsselbegriff dieser Verse, und nicht nur dieser Verse, sondern der
ganzen Bergpredigt, an deren Anfang die Seligpreisungen stehen, und überhaupt
der gesamten Verkündigung von Jesus Christus. Der Begriff steht in der ersten
und in der letzten Seligpreisung: „Himmelreich" - oder, was dasselbe ist,
„Reich Gottes". Die anderen Evangelien sprechen immer vom Reich Gottes, und
auch Matthäus verwendet diesen Ausdruck gelegentlich; aber meist sagt er:
„Himmelreich". Er schreibt sein Evangelium nämlich für Juden, und die Juden
vermieden es aus lauter Ehrfurcht vor Gott so weit wie möglich, seinen Namen
auszusprechen. Deshalb hat er „Reich Gottes" durch „Himmelreich" ersetzt (oder
andersherum: Lukas hat „Himmelreich" durch „Reich Gottes" ersetzt, weil er für
nichtjüdische Leser schrieb). Gemeint ist natürlich beide Male dasselbe. Der
Himmel steht für den, der im Himmel regiert, Gott.
Ein Kapitel vor der
Bergpredigt, in Matthäus 4, wird uns berichtet, wie Jesus zum ersten Mal
auftrat. Es heißt dort in Vers 17:
„Von
da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe."
Und ein paar Verse
(Vers 23) weiter lesen wir:
„Jesus zog durch ganz
Galiläa; er lehrte in den Synagogen und verkündete die Botschaft vom Reich
Gottes."
„Reich Gottes" - das
war offensichtlich die Quintessenz von dem, was Jesus lehrte, der Inhalt und
die Zusammenfassung seiner Verkündigung. Mitten in der Bergpredigt stehen die berühmten
Worte, die wahrscheinlich die meisten von uns auswendig können:
„Es soll euch zuerst um
Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles
dazugegeben" (oder, wie wir es von Luther her gewohnt sind: „Trachtet zuerst
nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit ..."). (Matthäus 6,33)
Wenn wir an das Neue Testament denken, fällt uns
gewöhnlich eher das Stichwort Evangelium
ein oder Gnade, aber kaum Reich Gottes. Irgendwie steht dieser
Gedanke für uns eher am Rand. Aber haben Sie sich schon mal folgendes klar
gemacht? Jedes Mal, wenn wir von Jesus als dem Herrn reden oder wenn wir im
Gebet zu ihm sagen: „Herr Jesus!", haben wir damit auch das Thema von Gottes
Reich angesprochen, ob wir dran denken oder nicht. „Jesus, der Herr", d. h.
Jesus, der Herrscher, und zu einem Herrscher gehört ein Herrschaftsgebiet, und
das Herrschaftsgebiet von Jesus ist Gottes Reich.
Das Reich Gottes:
Inhalt und Zusammenfassung
von Jesu Verkündigung
Was ist das denn nun
genau, das Reich Gottes? Was muss man sich darunter vorstellen?
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Denken wir zum Vergleich an das Reich eines
Menschen, z. B. das Reich von Alexander dem Großen. Sein Reich - das waren
sämtliche Länder und Gebiete, über die er herrschte. Ein riesiges Reich, das
vom Nil bis zum Indus reichte, von Ägypten bis Indien.
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Oder, ein etwas weniger großes, aber nicht weniger
bedeutsames Reich: Der Gastgeber führt den Besuch stolz durchs ganze Haus. Vor
der Küchentür bleibt er stehen und erklärt: „Das ist das Reich meiner Frau.
Hier ist sie unumschränkte Herrscherin." (Ich glaube, in diesem Reich wäre die
Frau manchmal gar nicht so unglücklich, wenn sie die Herrschaft mit ihrem Mann
teilen könnte!)
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Oder, nochmals eine andere Art von
Herrschaftsgebiet: Das „Reich der Töne". Damit
meint man die Musik, jenes unsichtbare Land, in dem Töne den Ton
angeben.
Genauso verhält es
sich mit dem Reich Gottes. Gottes Reich umfasst alle Gebiete, über die Gott
regiert. Nun, Gott ist allmächtig. Gott ist allgegenwärtig. Gott ist „der
vollkommene und alleinige Herrscher, der König über alle Könige und der Herr
über alle Herren" (1. Timotheus 6,15). Wie groß ist dann also sein Reich? Es
ist nicht weniger als die ganze Erde, das ganze Universum, die sichtbare und
die unsichtbare Welt! Ein gigantisches Reich! In Jesaja 66,1 sagt Gott: „Der
Himmel ist mein Thron, und die Erde ist mein Fußschemel." Man muss sich das mal
ganz plastisch vorstellen, dann begreift man etwas von den wahren Größen- und
Machtverhältnissen.
 Mosaik von Jesus als dem Guten Hirten; Kloster Varensell, Westfalen Aber da gibt es doch
noch einen anderen Machthaber, den „Herrscher dieser Welt", wie Jesus ihn nennt
(Johannes 12,31; 14,30; 16,11), den Gegenspieler Gottes, den „Teufel" oder den
„Satan". Paulus sagt, dass dieser andere Herrscher in denen am Werk ist, die
nicht bereit sind, Gott zu gehorchen (Epheser 2,2). Es gibt folglich auch noch
ein zweites Reich, und dazu gehören alle, die von Gott nichts wissen wollen und
sich lieber von ihrer Eigensucht beherrschen lassen.
Wie ist das denn
dann? Werden diese Leute von Gott
regiert oder vom Satan? Gehören sie
zu Gottes Reich oder zum Reich des Teufels? Gegenfrage: Kennt Gott alle Menschen, oder kennt er nur die Christen? Unsere spontane Reaktion wäre:
Klar kennt er alle Menschen. Erstens ist Gott allwissend, und zweitens hat er
sie ja alle gemacht und sorgt für sie alle. Aber jetzt geben Sie mal acht: Am
Ende der Bergpredigt schildert Jesus, wie er einmal am Tag des Gerichts das
Urteil über uns sprechen wird. Da wird es, sagt er, Menschen geben, zu denen
wird er sagen: „Geht weg von mir! Ich habe euch nie gekannt!" (Matthäus 7,23)
Nie gekannt? Natürlich hat Jesus sie gekannt. Aber ihnen war nie daran gelegen,
Jesus näher kennenzulernen, und sie gaben ihm nie die Gelegenheit, sie näher kennenzulernen. Sie wollten
nichts mit ihm zu tun haben, wollten keine persönliche Beziehung zu ihm
aufzubauen. Und deshalb hat Jesus sie in gewissem Sinn nie gekannt.
„Reich
Gottes"
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im weiteren Sinn: das ganze Universum
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im engeren Sinn: die Menschen, die sich freiwillig unter Gottes Herrschaft stellen
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So ähnlich ist das auch mit Gottes Herrschaft.
Natürlich herrscht Gott über alle Menschen. Aber in einem tieferen Sinn
herrscht er nur über die, die ihm gehören. Das Interessante ist nun: Wenn Jesus
vom Reich Gottes spricht, tut er das immer nur in diesem zweiten, eingeschränkten,
tieferen Sinn. Reich Gottes - das ist nicht einfach die ganze Welt. Reich
Gottes - das ist nicht überall dort, wo Menschen Gottes Macht zu spüren
bekommen. Nein, Reich Gottes ist dort, wo ein Mensch sich bewusst und
vorbehaltlos unter Gottes Herrschaft stellt. Reich Gottes ist dort, wo jemand
Gott freiwillig über seine Gedanken, seine Gefühle, seine Wünsche und seine
Handlungen regieren lässt.
{mospagebreak title=Jesus Christus - der Himmelreichsbürger par
excellence}
Jesus Christus - der Himmelreichsbürger par
excellence
Gibt es denn solche
Menschen? Die Bibel sagt doch: „Alle haben gesündigt, und in ihrem Leben kommt
Gottes Herrlichkeit nicht mehr zum Ausdruck." (Römer 3,23) Gibt es in Gottes
Reich also keinen einzigen Untertan? Doch, es gibt einen, einen einzigen: Jesus
Christus. Hören Sie einmal, was Jesus von sich selbst gesagt hat!
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„Wer von euch kann behaupten, ich hätte je eine
Sünde begangen?" (Johannes 8,46)
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„Es geht mir nicht um meinen eigenen Willen, sondern
um den Willen dessen, der mich gesandt hat." (Johannes 5,30)
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„Meine Nahrung ist, dass ich den Willen dessen tue,
der mich gesandt hat." (Johannes 4,34)
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„Nicht wie ich will, sondern wie du willst."
(Matthäus 26,39)
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„Ich handle nicht allein, sondern in Übereinstimmung
mit dem, der mich gesandt hat, dem Vater." (Johannes 8,16)
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„Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun; er
tut nur, was er den Vater tun sieht." (Johannes 5,19)
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„Ich tue nichts von mir selbst aus, sondern sage das,
was mich der Vater gelehrt hat." (Johannes 8,28)
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„Was ich sage, ist nicht mein Wort; ihr hört das Wort des Vaters, der mich gesandt hat."
(Johannes 14,24)
Vielleicht denken
Sie jetzt: Dieser Jesus war ja fremdbestimmt; der muss wie eine Marionette
gewesen sein, wie ferngesteuert. Ich würde sagen: Jesus war sehr klug. Er holte
sich Rat und Kraft bei dem, der Rat und Kraft im Überfluss hat. Wenn ich mit
dem Auto zum ersten Mal nach Zürich reinfahre und den Hauptbahnhof suche, wie
mach ich das am besten? Ich werde mich hüten, nach Wegweisern Ausschau zu
halten! Sobald ein Schild auftaucht, blicke ich bewusst zu Boden. Schließlich
will ich mich nicht von anderen beeinflussen lassen. Meinen Weg suche ich mir
noch immer selbst (und es ist mir egal, ob ich mich dabei gehörig verfahre). Möglichst eigenständig, lautet meine Devise.
Ganz schön blöd, denken die Leute. Wo er doch so einfach von Wissen und
Erfahrung anderer profitieren könnte!
Nun, Jesus ließ sich
tatsächlich von niemand beeinflussen - außer von einem einzigen, von Gott. Und
deshalb war in der Person von Jesus das Reich Gottes sozusagen vollkommene
Wirklichkeit geworden. In seiner Person hatte Gott jemand, bei dem er seine
gute Herrschaft in perfekter Weise verwirklichen konnte.
In Lukas 17,20.21
wird uns von einer ziemlich ungewöhnlichen Aussage Jesu berichtet. Die
Pharisäer fragten ihn, wann das Reich Gottes kommt. Darauf gab Jesus ihnen zur
Antwort:
„Das Reich Gottes kommt
nicht so, dass man es an äußeren Anzeichen erkennen kann. Man wird auch nicht
sagen können: Seht, hier ist es! oder: Es ist dort! Nein, das Reich Gottes ist
mitten unter euch."
Wo
Jesus ist, ist
Gottes Reich
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Das Reich Gottes war mitten unter ihnen! Wo war es
denn? Es stand vor ihnen in der Person von Jesus Christus! Wo er war, war Reich
Gottes. Wo er wirkte, breitete sich Reich Gottes aus. Wer sich ihm anschloss
und sich wie er ganz der Herrschaft Gottes unterstellte, wurde Mitglied des
Reiches Gottes.
Darf ich an der
Stelle nochmals mit aller Deutlichkeit sagen: Zugang zu diesem Reich bekommt
nur der, der sich Jesus Christus anschließt. „Wenn jemand nicht von neuem
geboren wird, kann er nicht ins Reich Gottes hineinkommen." Das hat Jesus
selbst gesagt, in der berühmten Diskussion mit Nikodemus (Johannes 3,3.5) Von
neuem geboren wird man, wenn man sich von Jesus neues Leben, ewiges Leben
schenken lässt. Gottes Reich ist nur dort, wo Menschen ihr Leben Jesus Christus
öffnen und sich auf eine persönliche Beziehung mit ihm einlassen.
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