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„Herzlichen Glückwunsch!“ |
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„Selig"??
Beginnen möchte ich
mit einer kleinen sprachlichen Anmerkung. Man redet gewöhnlich von den
„Seligpreisungen". Von der Lutherbibel her haben wir alle die Formulierung im
Ohr: „Selig sind, die geistlich arm sind. Selig sind ... Selig sind ..." Zu Luthers
Zeiten mag das okay gewesen sein; heutzutage drückt „selig" nicht unbedingt das
aus, was hier gesagt werden soll. Erstens mal verwenden wir dieses Wort heute
so gut wie gar nicht mehr. Und zweitens bedeutet es - wenn wir es doch einmal
gebrauchen - bei uns etwas anderes als das, was hier gemeint ist.
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Im christlich-frommen Jargon sprechen wir schon mal
vom „Seligwerden"; wir meinen damit, dass jemand durch Jesus Christus gerettet
wird - die Sünden werden ihm vergeben, und er bekommt das ewige Leben geschenkt.
Aber diese Bedeutung passt in den Seligpreisungen nicht richtig. „Gerettet
wird, wer sanftmütig ist"?? „Gerettet wird, wer trauert"?? Das ginge dann wohl
doch zu weit. Da wäre noch mancher Christ, ohne es überhaupt zu wissen!
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In bestimmten Redewendungen bedeutet „selig" so viel
wie „verstorben": „mein seliger Herr Papa". Aber das ist eher scherzhaft als
ernsthaft gemeint, und sowieso: In den Seligpreisungen läge man damit total
daneben.
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In der Katholischen Kirche denkt man an Heilige, die
vom Papst „selig gesprochen" werden. (Genau heute z. B. wird Mutter Teresa aus
Kalkutta selig gesprochen!)
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Und wenn wir eine poetische Ader haben, sagen wir
vielleicht: „Als das Kind sein Geschenk auspackte, hat es selig gelächelt" (es
war zutiefst beglückt).
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Nichts von alledem
trifft hier zu.
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Man könnte vielleicht übersetzen: „Gesegnet sind
die, die ..." Nur wird mit „gesegnet" meist ein anderes griechisches Wort
wiedergegeben.
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Manche übersetzen mit: „Glücklich sind die, die ..."
Aber auch das kommt nicht ganz hin. Überlegen Sie mal: „Glücklich sind die, die
trauern!" Nein, wer trauert, ist nicht glücklich; entweder man lacht oder man
weint. Es geht nicht darum zu beschreiben, wie sich jemand fühlt. ob er
glücklich ist oder niedergeschlagen. „Jemand ist glücklich" - das ist eine
subjektive Feststellung, eine Aussage über die innere Befindlichkeit. Aber
darüber redet Jesus hier nicht. Er macht eine objektive Feststellung, er sagt,
wie der Betreffende objektiv einzuschätzen ist.
selig =
?gerettet?
?verstorben?
?selig
gesprochen?
?beglückt?
?glücklich?
!glücklich
zu preisen!
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Jemand muss aus
beruflichen Gründen zum ersten Mal von zu Hause fort. Fort von seiner Familie,
fort von Spielkameraden und Schulfreunden, fort von der bezaubernden stillen
Landschaft, die ihm so ans Herz gewachsen ist. Wenn man diesen Abschied
subjektiv betrachtet, dann ist da ein Kloß im Hals und ein zentnerschwerer
Stein auf dem Herzen. Aber wenn man den Abschied objektiv angeht, muss man
sagen: Mensch, du hast es gut. Du kannst dich weiterbilden. Du lernst die
Hauptstadt kennen. Du kommst in Kontakt mit vielen interessanten Leuten. Dein
Horizont wird weit, dein Leben wird reich. Mag sein, dass du dich unglücklich
fühlst. Aber eigentlich bist du zu beneiden. Du kannst dich glücklich preisen.
Herzlichen Glückwunsch!
Entsprechend haben
wir den Ausdruck denn auch in der Neuen Genfer Übersetzung wiedergegeben:
„Glücklich zu preisen sind die, die ..."
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