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Was „Belohnung" bedeutet
Gott
selbst ist unser höchster Lohn
Wenn Jesus von
Belohnung spricht, macht er drei Dinge klar, mindestens drei:
(a) Es gibt einen Zusammenhang zwischen unserem Verhalten und Gottes Verhalten.
Gottes
Gnade:
unverdient, aber
nicht willkürlich
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Es stimmt, Gottes Gnade können wir uns nicht
verdienen; sie wird uns einfach geschenkt. Aber unverdient heißt nicht
willkürlich. Gott verteilt seine Gnade nicht nach dem Gießkannenprinzip (so
dass alle unterschiedslos etwas davon abbekommen) und auch nicht mit Hilfe des
Zufallsgenerators (mal trifft es den, mal trifft es den). Nein, Gott gibt seine
Gnade dem, der mit leeren Händen zu ihm kommt (und der nicht den Versuch macht,
sie woanders zu füllen). Gott gibt sie dem, der seine geistliche Armut vor ihm
eingesteht. Insofern ist das Geschenk der Gnade eben doch auch eine Belohnung.
Gott lässt sie nicht den erfahren, der ihm davonläuft, sondern den, der sich
unter sein Urteil beugt. „Glücklich zu preisen sind die, die arm sind vor Gott,
denn ihnen gehört das Himmelreich." Natürlich fällt der Lohn viel viel
großartiger aus, als wir es je verdient hätten; es ist geradezu unverschämt
groß, völlig unangemessen, verschwenderisch - das ganze Himmelreich! Und doch
ist dieser Lohn kein Zufall, sondern ist Gottes Antwort auf unsere leeren
Hände.
(b) Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem, was wir
jetzt tun, und dem, wie es uns in der Zukunft ergeht.
Paulus sagt:
„Jeder Mensch wird ernten,
was er gesät hat. Wer auf den Boden der menschlichen Selbstsucht sät, wird von
ihr den Tod ernten. Wer auf den Boden von Gottes Geist sät, wird von ihm das
unvergängliche Leben ernten." (Galater 6,7.8)
Der „Lohn" ist
sozusagen die Frucht dessen, was wir hier säen. Wer ein Mädchen wirklich liebt
und ihr entsprechend begegnet, der gewinnt ihre Liebe - und das ist sein Lohn.
Die Mitgift ist etwas rein Äußerliches, ein bloßes Anhängsel. Der wirkliche
Lohn erwächst aus der Liebe selber. Wer ein reines Herz hat, darf Gott sehen -
denn Gott ist die Reinheit in Person. Der Lohn ist nicht irgendetwas
Zufälliges, sondern ergibt sich aus dem Verhalten und Charakter des Belohnten.
Gott belohnt uns, indem er etwas tut, das unserem Tun entspricht. Dem
Barmherzigen erweist er Barmherzigkeit, der Treue erfährt seine Treue, den, der
sich wie ein Verhungernder und wie ein Verdurstender nach Gerechtigkeit sehnt,
macht er satt.
Als ich noch ein
kleiner Junge war, habe ich (wahrscheinlich in der Sonntagsschule, ich weiß
nicht mehr genau) eine Geschichte gehört, die mir damals großen Eindruck
gemacht hat und die ich eigentlich immer noch richtig gut finde. Ein junger,
gläubiger Mann heuert als Matrose auf einem großen Segelschiff an. Der Kapitän
und die anderen Seeleute, alles gottlose Kerle, machen sich darüber lustig,
dass der Neue regelmäßig in der Bibel liest und betet. Eines
Tages hört der junge Matrose in seiner Kajüte lautes
Gegröle. Aha, denkt er, sie feiern wieder mal eines ihrer wüsten Gelage. Aber
als er an Deck geht, starren dort alle, mit Fernrohren ausgerüstet, in die
Luft. Und kaum erblickt ihn der Kapitän, da brüllt er auch schon: „Wir haben
jetzt eine Stunde lang den ganzen Himmel abgesucht, aber keiner von uns hat
auch nur ein Fitzelchen von Gott entdeckt!" - „Kapitän", sagt der junge Mann,
„in meiner Bibel steht: Nur die, die ein reines Herz haben, werden Gott sehen."
(c) Gott wartet darauf, uns loben zu können!
Gottes Anerkennung
ist unser Lohn. Der Lehrer freut sich, wenn der Schüler eine knifflige
Rechenoperation endlich begriffen hat, und lobt ihn dafür. Die Eltern sind
glücklich, wenn ihr Kind in einer kritischen Situation einen klaren Kopf
bewahrt und Zivilcourage beweist, und loben es dafür. Gibt es für ein Kind, für
einen Schüler etwas Schöneres, als von Vater und Mutter und Lehrer anerkannt zu
werden? Gibt es für einen Christen etwas Schöneres, als wenn am Ende seines Lebens
Jesus zu ihm sagt: „Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener gewesen ...
Komm herein zum Freudenfest deines Herrn!" (Matthäus 25,23)? Wenn Jesus vom
Lohn redet, deutet er an, wie sehr Gott darauf wartet, uns loben zu können, und
wie glücklich es ihn macht, wenn er uns belohnen kann. Ist das nicht beinahe
unbegreiflich? Womit haben wir das verdient?
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