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2. Lektion: Sünde ist schlimmer als Krankheit;
Vergebung ist wichtiger als Heilung
„Mein Sohn, deine
Sünden sind dir vergeben!" Alle warten darauf, dass Jesus den Kranken heilt.
Statt dessen vergibt er ihm seine Schuld. Damit macht Jesus klar: Vergeben ist
wichtiger als Heilen. Sobald wir anfangen, darüber nachzudenken, müssen wir ihm
recht geben. Kranksein kann wehtun, zermürben, lahm legen. Sünde tut noch viel
mehr weh. Schmerzen können schrecklich quälen; Schuld quält noch viel mehr. Von
dem Schriftsteller Botho Strauß las ich vor ein paar Tagen folgendes Zitat:
„Keine Form eines üblichen
Fehlschlages, weder Krankheit noch Unfall und auch nicht geschäftliches Unglück
bewirkt ein so grausames und tiefes Echo in unserem Unterbewusstsein wie eine
Scheidung."
Ehescheidung hat mit
persönlicher Schuld zu tun; z. B. damit, dass ein Mann seiner Frau untreu wird.
Er zerstört sein Leben, und er zerstört ihr Leben. Keine Krankheit schadet
unserem Leben so sehr wie die Sünde. Darum hat Jesus recht: Vergebung ist wichtiger
als Heilung.
Man könnte sich ja
mal ausmalen, wie das wäre, wenn die Medizin eines Tages so weit wäre, dass man
jede Krankheit sofort beenden könnte und dass überhaupt niemand man erkranken
würde. Die Erde bevölkert von lauter kerngesunden Menschen! Hätten wir deshalb
eine bessere Welt? Wären wir Menschen glücklicher? Ich fürchte nein. Die
Krankheiten mögen beseitigt sein - der Egoismus wäre geblieben. Die Habgier,
der Stolz, die Treulosigkeit, die Unwahrhaftigkeit, die Gleichgültigkeit -
alles wäre noch immer vorhanden und würde die menschliche Gesellschaft auch
weiterhin in den Abgrund treiben.
Jesus
bekämpft die Ursache (die
Sünde),
nicht
nur die Folge (die
Krankheit).
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Man muss Jesus auch deshalb recht geben, weil - wie
wir vorhin gesehen haben - Krankheit eine Folge der Sünde ist. Wer nur
die Krankheit bekämpft, bekämpft Symptome, nicht die eigentliche Ursache.
Angenommen, ich bin mit dem Auto unterwegs, und plötzlich leuchtet das
Warnlicht auf. Wie ärgerlich! Zum Glück habe ich im Handschuhfach einen kleinen
Hammer. Damit schlag ich solange auf das rote Lämpchen ein, bis kein Licht mehr
blinkt. So, jetzt kann ich beruhigt weiterfahren! Von wegen. Gleich geht der
Ärger erst richtig los. Jesus macht es anders. Er stellt den Motor ab, öffnet
die Motorhaube und behebt den Schaden. Er bekämpft nicht nur Symptome; er geht
der Sache auf den Grund. Er packt das Übel bei der Wurzel. Deshalb beginnt
Jesus mit der Vergebung. Die Heilung kann warten. Vergeben ist wichtiger als
Heilen.
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