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1. Lektion: Zwischen Krankheit und Sünde besteht ein
Zusammenhang
„Mein Sohn, deine
Sünden sind dir vergeben!" Alle reden von der Krankheit des Mannes, Jesus redet
von seiner Sünde. Damit stellt er einen Zusammenhang zwischen Krankheit und
Sünde her. Genau genommen stellt er diesen Zusammenhang nicht her; er weist
vielmehr daraufhin, dass dieser Zusammenhang bereits besteht. Er besteht seit
dem Sündenfall, seit Adam und Eva im Garten Eden Gott ungehorsam wurden. Was
kam zuerst - die Krankheit oder die Sünde? Die Bibel sagt: Die Sünde. Bis dahin
war die Welt vollkommen. Nachdem Gott den Himmel und die Erde, die Pflanzen,
die Tiere und den Menschen, das ganze Universum geschaffen hatte, sah er sich
alles an und stellte fest: Es war sehr gut. (1. Mose 1,31) Es gab noch keinen
Tod, und es gab noch keine Vorstufe zum Tod, keine Krankheit. Doch dann versündigten
sich Adam und Eva gegen Gott, und jetzt geschah das, was Paulus im Römerbrief
so ausdrückt:
„Durch einen einzigen
Menschen - Adam - hielt die Sünde in der Welt Einzug und durch die Sünde der
Tod, und auf diese Weise ist der Tod zu allen Menschen gekommen, denn alle haben
gesündigt." (Römer 5,12)
Sünde und Krankheit
hängen zusammen wie z. B. Fremdgehen und Scheidung. Das eine ist die Ursache,
das andere die Wirkung. Ohne Sünde gäbe es keine einzige Krankheit. In Gottes
neuer Welt, wenn die Sünde endgültig besiegt sein wird, wird niemand mehr krank
sein.
„Gott wird alle Tränen
abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid und keine Schmerzen."
(Offenbarung 21,4)
Aber jetzt heißt es
Acht geben. Krankheit ist eine Folge der Sünde, lehrt die Bibel. Das stimmt so
jedoch nur, wenn man es auf die Menschheit als Ganzes bezieht. Weil die Menschheit
als Ganzes sündigte, erlebt die Menschheit als Ganzes Krankheit und Tod. Auf
der Ebene der Einzelpersonen sieht die Sache anders aus. Hier sind alle
Varianten denkbar.
Nicht
jeder, der sündigt, wird krank.
Nicht
jeder, der nicht sündigt, bleibt gesund.
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- Jemand hat eine schwere Schuld auf sich geladen
und ist deswegen krank geworden. (Das ist sozusagen der Normalfall.)
-
Ein anderer hat sich ebenso sehr versün-digt, lebt aber gesund und munter
weiter (sterben muss er am Ende aber trotzdem; spätestens dann holt ihn die
Sünde ein).
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Jemand lässt sich nichts zu schulden kommen, und auch gesundheitlich ist er
topfit. (Das wäre wieder der Normalfall.)
-
Ein anderer lebt ebenfalls so, wie es Gott gefällt, und muss trotzdem ein
schmerzhaftes Leiden ertragen.
Gott allein weiß,
wie es bei uns Menschen um den Zusammenhang zwischen Sünde und Krankheit
bestellt ist. Jesus hat jeden einzelnen Fall wieder anders beurteilt.
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Einmal, als er einen Schwerstkranken gesund gemacht
hatte, sagte er zu ihm: „Du bist jetzt gesund. Sündige nicht mehr, damit dir
nicht noch etwas Schlimmeres geschieht, als was du bist jetzt durchgemacht
hast." (Johannes 5,14). Hier stellt Jesus eindeutig einen Zusammenhang zwischen
Krankheit und persönlicher Schuld her.
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Ein anderes Mal, als er einen Blindgeborenen heilte,
fragten ihn seine Jünger: „Wie kommt es, dass dieser Mann blind geboren wurde?
Wer hat gesündigt - er selbst oder seine Eltern?" Und Jesus gab ihnen zur
Antwort: „Es ist weder seine Schuld noch die seiner Eltern. An ihm soll
sichtbar werden, was Gott zu tun vermag." (Johannes 9,2.3) In diesem Fall
bestreitet Jesus kategorisch, dass die Krankheit irgendetwas mit der Schuld der
betroffenen Menschen zu tun hat.
Wie sah es bei dem
Gelähmten in unserer Geschichte aus? Es wird nichts gesagt von irgendeiner
persönlichen Schuld als Ursache der Krankheit. Und daher gilt - wie überall, wo
wir jemand zu beurteilen haben - die Unschuldsvermutung. Jesus deutet mit keinem
Wort auch nur an, dass der Mann deshalb gelähmt auf seiner Matte liegt, weil er
sich gegen Gott versündigt hat. Gesündigt hat er, ja; aber das muss nicht der
Grund für seine Lähmung sein.
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