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Die zweite Rate der Heilung
Den Rest der
Geschichte ist schnell erzählt. Jesus, der die angeblich so frommen Gesetzeshüter
durchschaut, stellt ihnen eine Frage: „Was ist leichter - zu dem Gelähmten zu
sagen: ‚Deine Sünden sind dir vergeben' oder: ‚Steh auf, nimm deine Matte und
geh umher!'?" Na, was ist wohl leichter? Ziemlich knifflig, diese Frage. Sünden
vergeben ist sicher besonders schwer. Andererseits: Sagen kann man das noch
schnell; schließlich kann keiner nachprüfen, ob sie dann wirklich vergeben
sind. Heilen ist vielleicht nicht ganz so schwer wie vergeben; andererseits:
Wenn ich zu einem Gelähmten sage: „Steh auf!", und er bleibt liegen, dann bin
ich blamiert.
Vergeben
und Heilen:
Beides
ist gleich schwer - für Menschen.
Beides
ist gleich einfach - für Gott.
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Wissen Sie, was ich vermute? Jesus wollte seine
Gegner einfach zum Nachdenken bringen. In Wirklichkeit ist nämlich beides
gleich schwer. Beides ist nur Gott möglich. Nur Gott kann vergeben, und nur
Gott kann heilen. Beides ist gleich weit entfernt von unseren menschlichen
Möglichkeiten. Der Unterschied ist nur der: Das eine kann man nachprüfen, das
andere nicht. Vergebung spielt sich im unsichtbaren Bereich ab, und prompt
bestreiten die Pharisäer, dass Jesu Aussage von der Vergebung wirksam ist.
Heilung dagegen spielt sich im sichtbaren Bereich ab; jeder kann sich selbst
vom Erfolg oder Misserfolg überzeugen. Und deshalb holt Jesus jetzt das nach,
worauf alle von allem Anfang an gewartet haben. Er tut das Wunder, das
sie sehen können, damit sie glauben, dass er auch das Wunder getan hat,
das sie nicht sehen konnten. Heilung auf Raten. Er wendet sich noch einmal zu
dem Gelähmten und befiehlt ihm: „Steh auf, nimm deine Matte und geh nach
Hause!" Nochmals atemlose Stille. Und diesmal geschieht das Wunder, das keiner
nachträglich abstreiten kann: Der Mann steht auf, rollt seine Matte zusammen,
wirft sie sich über die Schulter und geht vor den Augen der versammelten Menge
hinaus.
Übrigens verschwand
er nicht einfach - wortlos und undankbar. O nein. Lukas berichtet, dass der
Mann Gott lobte und pries, als er
nach Hause ging. Er hatte Jesus vertraut, und sein Vertrauen war belohnt
worden. Er hatte auf Heilung gehofft, und er hatte Heilung bekommen. Und als
wäre das nicht schon mehr als genug, hat Jesus die Heilung sogar noch getoppt.
Er hat ihm vergeben. Der Mann war frei - frei von Schuld und frei von der
Lähmung, frei für einen kompletten Neuanfang. Krank an Leib und Seele war er
gekommen, gesund an Leib und Seele ging er wieder. Was
für ein Tag! O happy day, when Jesus washed my sins away! Und seine Freunde werden mit ihm gejubelt haben.
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