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Wie Jesus sich als Sohn Gottes
in unserer Welt eingeführt hat
Sehen Sie, das ist
auch so etwas, was ich an Jesus faszinierend finde - die Art, wie er sich in
dieser Welt eingeführt hat, wie er uns beigebracht hat, dass er mehr ist als
nur ein Mensch. Er hat sich nicht einfach vor den Menschen aufgepflanzt und
gerufen: „Alle mal herhören! Vor euch steht der Messias, der Sohn des
lebendigen Gottes!" Das hätte ihm so schnell keiner abgekauft.
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Statt dessen hat Jesus begonnen, ihnen vom Reich
Gottes zu erzählen - so klar und so tief, dass sie ins Grübeln kommen mussten:
Woher weiß der das nur alles? Stammt er am Ende selbst aus Gottes Welt?
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Und er hat Wunder getan - Brote vermehrt, Stürme
gestillt, Kranke geheilt, Tote auferweckt -, so außergewöhnliche Wunder, dass die
Leute sich fragen mussten: Woher hat er nur diese Macht? Besitzt er denn die
Schöpferkraft Gottes?
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Und er hat drei Jahre lang unter ihnen gelebt. Er
hat sich ganz bewusst ihren prüfenden Blicken ausgesetzt, hat sich mit ihnen
unterhalten, mit ihnen gegessen, bei ihnen gewohnt. Sie konnten ihn von allen
Seiten ausleuchten. Gab es da nicht doch auch ein paar Dunkelstellen? Lagen
nicht auch bei ihm ein paar Leichen im Keller? Vergriff er sich nie im Ton?
Ließ er es nie an der nötigen Liebe fehlen? Behandelte er niemand je ungerecht?
Nein, nie. Und die Leute mussten zu dem Schluss kommen: Hier lebt einer in
unserer Mitte, der ist anders als wir alle. Bei ihm klafft keine Lücke zwischen
dem, was er sagt, und dem, was er tut. An seine Liebe, an seine Aufrichtigkeit,
an seinen Gerechtigkeitssinn, an seine Reinheit kommt keiner von uns
heran.
Das ist die Art, wie
Jesus sich als Sohn Gottes in unserer Welt eingeführt hat. Nicht mit markigen
Sprüchen, sondern mit beharrlicher Überzeugungsarbeit. Und diese eine überraschende
Aussage in unserer Geschichte gehörte auch dazu: „Mein Sohn, deine Sünden sind
dir vergeben!"
Ich denke mal, nicht
alle haben sofort begriffen, dass Jesus mit diesem Satz die Tür zur vertikalen
Dimension aufstieß. Aber eine Gruppe unter den Zuhörern hat es sehr wohl und
sehr rasch gecheckt: die Gesetzeslehrer, die Herren Theologen. Na ja, das war
ja auch ihr Job, sie befassten sich ja tagaus, tagein mit der Welt Gottes. Und
sie empfanden sofort: Jetzt hat Jesus etwas gesagt, was nur Gott sagen darf.
Jetzt ist er zu weit gegangen. Jetzt hat er sozusagen die Horizontale verlassen
und maßt sich an, in die Vertikale hinaufzusteigen. „Niemand kann Sünden
vergeben außer Gott." Recht haben sie. Sünden zu vergeben steht nur Gott zu.
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