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Gottes einzige Waffe
Ich glaube, jetzt verstehen
wir, was Lukas uns mit den vielen Reden sagen will, die er in sein
Geschichtswerk hineinkomponiert hat. Auf der einen Seite sind da die vielen
irdischen Reiche - das hellenistische Reich, das Römische Reich -, und die
Waffen, mit denen sie kämpfen, sind Rücksichtslosigkeit und Intrigen, Feuer und
Schwert, Infanterie und Kavallerie (oder, etwas moderner gesagt:
Maschinengewehre, Panzer, U-Boote, Flugzeugträger, Jagdbomber und Cruise
Missiles). Und auf der anderen Seite ist das Reich Gottes. Es kennt zu seiner
Ausbreitung nur ein einziges Mittel: das Wort, die Botschaft von Jesus
Christus. Das ist die einzige Waffe, die uns Christen gegeben ist, die einzige
und zugleich die wirkungsvollste. Die Verkündigung des Evangeliums - Gottes
stärkste Waffe.
Lesen Sie die
Apostelgeschichte einmal daraufhin durch! Was taten die ersten Christen, um der
Botschaft von Jesus Gehör zu verschaffen? Sie redeten davon. Nichts anderes.
Keine Ränkespiele, kein Taktieren mit den Mächtigen, keine Kompromisse, keine
Ellenbogenkämpfe, keine Gewalt. Einfach nur das Wort von Jesus. Vom ersten bis
zum letzten Kapitel. Wo immer sich eine Gelegenheit bot, redeten sie. Wo immer
sie konnten, planten sie generalstabsmäßig.
Und was ist daraus geworden?
Wieder haben wir den Vergleich. Das Römische Reich ist durch Politik und
Waffengewalt groß geworden, und es ist durch Politik und Waffengewalt
untergegangen. Die irdischen Waffen haben versagt. Die christliche Bewegung
hingegen hat innerhalb weniger Jahrzehnte das ganze Römische Reich
durchdrungen, unterwandert sozusagen, hat von dort aus seinen Siegeszug über
die ganze Welt angetreten - mit nichts anderem als dem Wort Gottes. Gottes
Reich ist ein ewiges Reich. Kein anderes Buch wird so viel gelesen wie die
Bibel. Kein anderes wurde so oft übersetzt, so oft abgeschrieben und gedruckt,
mit so hohen Auflagen. Gottes einzige Waffe. Gottes stärkste Waffe.
Ich weiß, daß leider
sogenannte Christen immer wieder zu anderen Waffen gegriffen haben, zum Schwert
(in den Kreuzzügen und bei der Inquisition), zu unheiligen Allianzen mit Königen
und Kaisern. Aber damit schadeten sie der Sache Jesu nur. Was sie verbreiteten,
waren Furcht und Schrecken, nicht die Liebe und Wahrheit Gottes. Und sie hatten
für ihr Vorgehen keinerlei biblische Begründung. Sie haben die Apostelgeschichte
nicht richtig gelesen. Sie haben das Großgedruckte übersehen.
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