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Sieh doch, das Gute liegt so
nah!
Wir
sind wie der ältere Bruder in dem Gleichnis vom Verlorenen Sohn. Der jüngere
Bruder hatte ja sein ganzes Erbe in Saus und Braus verjubelt, war
halbverhungert am Schweinetrog gelandet, hatte sich schließlich eines Besseren
besonnen und sich auf den Rückweg zu seinem Vater gemacht. Der Vater schließt
ihn in die Arme, vergibt ihm alles und beginnt ein Fest zu feiern.
Wie
der ältere Bruder davon hört, will er nicht mitfeiern. Voll Zorn schleudert er
seinem Vater entgegen: „So viele Jahre diene ich dir jetzt schon und habe mich
nie deinen Anordnungen widersetzt. Und doch hast du mir nie auch nur einen Ziegenbock
gegeben, so dass ich mit meinen Freunden hätte feiern können! Und nun kommt dieser
Mensch da zurück, dein Sohn, der dein Vermögen mit Huren durchgebracht hat, und
du lässt das Mastkalb für ihn schlachten!" (Lukas 15, 29+30). Mit anderen
Worten: Du hast es mir nie gelohnt, dass ich bei dir geblieben bin! Ich hätte
ja auch abhauen und mir ein schönes Leben machen können! Denken wir ganz tief
in uns drin nicht manchmal ganz ebenso?
Und
wissen Sie, was der Vater darauf sagt? „Kind, du bist doch immer bei mir, und
alles, was mir gehört, gehört auch dir!" Anders gesagt: Du hast doch alles, was
du brauchst, und du hast alles im Überfluss! Du hättest jederzeit mit deinen
Freunden feiern dürfen! Ist das Leben hier denn nicht Belohnung genug? Willst
du mir am Ende sagen, du hättest es lieber deinem Bruder nachgemacht? Meinst du
im Ernst, er hätte es in seinen Jahren in der Fremde besser gehabt als du hier?
Sehnst du dich wirklich nach all den zweifelhaften Vergnügungen, die dich am
Ende ausgebrannt zurücklassen und dein Gewissen quälen? Dein Leben lang bei mir
zu sein - das ist der höchste Lohn, und der wird dir Tag für Tag ausgezahlt.
Und der Vater schließt mit einem bewegenden Appell: Freu dich doch mit! Feiere
doch mit! Freu dich an Gottes Güte im Leben deines Bruders, und freu dich an
Gottes Güte in deinem eigenen Leben!
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