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Alle kriegen was zu hören
Warum
hat Jesus eigentlich dieses Gleichnis erzählt? Oder, anders gefragt: Für wen
hat er es erzählt? Ganz einfach: für die Ersten und für die Letzten. Diese beiden
Gruppen kommen nämlich nicht nur in seiner Geschichte
vor; sie befinden sich ganz genauso auch unter seinen Zuhörern. Die Ersten - das waren die Frommen, die Herren Theologen,
die Schriftgelehrten, die Gesetzestreuen. Die Letzten - das waren die
Zolleinnehmer und die Prostituierten, die Verachteten und die
Zu-kurz-Gekommenen.
Den
Letzten möchte Jesus Mut machen; für sie gibt er der Geschichte die
überraschende Wende mit dem unerwartet großen Lohn. Denkt nicht an all die
verpfuschten Jahre eures Lebens, sagt er zu ihnen. Versinkt nicht in
Selbstmitleid oder in Selbsthass. Versucht nicht, euch am eigenen Schopf aus
dem Sumpf zu ziehen. Kehrt um! Kommt zu mir. Stellt mir euer Leben zur
Verfügung. Und am Ende werdet ihr das ewige Leben haben - genau wie alle anderen,
die zu meinem Reich gehören. Das ewige Leben: überreicher, unverdienter Lohn!
Die
Ersten möchte Jesus warnen; ihretwegen gibt er der Geschichte die überraschende
Wende mit dem verkehrt herum ausgezahlten Tageslohn. Bildet euch nur ja nichts
ein auf eure frommen Leistungen, sagt er zu ihnen. Meint nicht, ihr könntet auf
Gottes Güte verzichten. Ihr habt nicht den geringsten Grund, verächtlich auf die
Spätankömmlinge herabzublicken. Ihr lebt genauso von Gottes Gnade wie sie. Seht
es doch als ein Vorrecht an, dass ihr schon so lange in Gottes Nähe sein dürft!
Gönnt es den anderen, dass sie schließlich doch noch den Weg in Gottes Reich
gefunden haben. Freut euch doch, dass ich so gütig zu ihnen bin! Wenn ihr euch
darüber nicht freuen könnt, dann habt ihr noch eine Lektion zu lernen, die sie bereits gelernt haben, nämlich dass
wir alle von Gottes Güte leben. Dann müsst ihr
euch hinten anstellen, und sie
rücken auf; dann seid ihr die Letzten, und sie sind die Ersten.
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