|
Gebet – das Kennzeichen eines Christen |
|
|
|
Seite 1 von 6
Römer 8, 15
Predigt
Andreas Symank
Die
Heilung der zehn Aussätzigen und der Dank des Samaritaners
Auf seinem Weg nach Jerusalem
zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Kurz vor einem
Dorf kamen ihm zehn Aussätzige entgegen;
sie blieben in einigem Abstand stehen und riefen laut: „Jesus, Meister, hab
Erbarmen mit uns!" Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: „Geht und zeigt euch
den Priestern!" Auf dem Weg dorthin wurden sie gesund.
Einer von ihnen kam zurück,
als er sah, dass er geheilt war. Er pries Gott mit lauter Stimme, warf sich vor
Jesu Füßen nieder und dankte ihm. Dieser Mann war ein Samaritaner. Jesus aber
sagte: „Sind denn nicht alle zehn gesund geworden? Wo sind die anderen neun?
Ist es keinem außer diesem Fremden in den Sinn gekommen, zurückzukehren und
Gott die Ehre zu geben?" Dann sagte er zu dem Mann: „Steh auf, du kannst gehen!
Dein Glaube hat dich gerettet."
Lukas 17,11-19
Woran
erkennt man einen Christen? Was meinen Sie? Was charakterisiert jemand, der zu
Jesus gehört? Wenn Sie nur ein einziges Merkmal angeben dürften - welches
würden Sie angeben? Erkennt man einen Christen daran, dass er sonntags die
Kirchenbank drückt (wir haben hier gar keine Kirchenbänke)? Erkennt man ihn
daran, dass er im Gemeindechor mitsingt (wir haben zur Zeit gar keinen Chor)?
Erkennt man ihn daran, dass er in der Bibel liest? Daran, dass er nicht die Ehe
bricht? Daran, dass er aufrichtig und vertrauenswürdig ist? Ich würde sagen:
Man erkennt ihn daran, dass er betet. Gebet ist das Kennzeichen echten
Christseins. Gottesdienstbesuch und Bibellesen sind extrem wichtig - aber trotzdem:
Das tut manchmal auch ein Skeptiker oder ein Suchender. Ein Leben nach Gottes
Geboten ist unerlässlich - aber auch mancher Gottlose lässt sich nichts
zuschulden kommen. Dagegen Beten: Das weist auf eine persönliche Beziehung zu
Gott hin. Da hat jemand sein Innerstes für Gott geöffnet und hat das Gespräch
mit ihm aufgenommen. Wie entscheidend wichtig dieses Kennzeichen ist, sieht man
gerade an meinem Berufsstand. Wenn irgend jemand sich für Gott interessiert,
sind das doch die Theologen, die „Gottesgelehrten". Wenn also irgend jemand das
Gespräch mit Gott sucht, müssten das die Theologen sein. Aber es gibt - leider!
- zahllose Theologen, denen fehlt diese persönliche Beziehung zu Gott. Sie
finden Gott hochinteressant - als Forschungsgegenstand. Sie schreiben gelehrte
Abhandlungen über ihn, sie halten gelehrte Vorträge über ihn - aber eben, immer
nur über ihn. Mit Gott reden, zu ihm beten - das tun sie nicht; das
können und wollen sie nicht. Gott ist für sie ein Er, nicht ein Du.
Über
das Gebet als Kennzeichen von echtem Christsein habe ich ein paar Punkte
zusammengetragen, die ich an Sie weitergeben möchte.
|