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„Der Himmel - wie kommt man dorthin?“
Ohne Jesus kein Weg
Der Weg: kein ... sondern eine Person
Wahrheit und Leben
Das Ziel
Die Beteiligten
Der Richter ist Gott

3. Der Richter ist Gott

Drittens: Der Richter ist Gott, nicht wir. Wir sind nicht die Herren über Leben und Tod und dürfen uns auch nicht als solche auf­spielen. Wir müssen uns bei aller notwendigen Beur­teilung bewusst sein, dass wir nur bruchstückhaft erkennen. Wir sehen oft nur die Fassade. Wir wissen nicht alles von der Umgebung und der Biographie der an­deren Menschen. Unser Urteil ist ge­trübt vom Balken im eigenen Auge und von Sympathie oder Anti­pathie. Für uns zählt oft nur die eigene Gemeinde oder der ei­gene Fröm­migkeitsstil. Wir wür­den über Menschen die Todesstrafe verhän­gen, die sie nicht ver­dient haben, und würden andere frei lau­fen lassen, die wirklich schuldig sind. Wir können letztlich nicht ge­recht urteilen. Gott ist der einzige, der ins Herz sieht; er allein kennt die Men­schen durch und durch (1. Samuel 16, 7; Apostelgeschichte 1, 24). Darum ist er und nur er der gerechte Richter der ganzen Welt (1. Mose 18, 25). Ihm allein steht in ausnahmslos allen Fäl­len das letzte Urteil zu. Und ich meine, wir können von Glück reden, dass wir nicht über das Schicksal anderer ent­scheiden müssen. Wir werden am Ende heilfroh sein - buchstäb­lich um un­seres Heiles willen froh sein -, wenn wir selbst da­bei sind.

Es gibt ein anderes Lied von Manfred Siebald, das diesen Gedan­ken auf eindrucksvolle Weise zusammenfasst.

Das wird ein Staunen geben, ein Köpfeverdrehn,
wenn wir nach diesem Leben vor Jesus stehn
und wenn wir - voll Hoffnung und doch beklommen -
dann endlich zu sehn bekommen,
wer von ihm verstoßen wird, wer angenommen.
Da werden wir manche finden, die wären nicht mehr zu retten
und stürben in ihren Sünden, wenn wir zu richten hätten.
Doch Gott wird auf jene sehen, die seine Vergebung wollten,
und mancher wird zu ihm gehen, auch wenn ihm die Menschen grollten.
Und manche, die immer dachten, sie könnten mit guten Werken
sich Plätze im Himmel pachten, werden ihren Irrtum merken.
Denn Gott wird nach jenen schauen, die sich ganz auf ihn ver­ließen,
doch denen, die sich vertrauen, wird er dann die Tür ver­schließen.
Dann werden wir plötzlich schweigen und nicht mehr nach andern fragen;
auf uns wird dann Jesus zeigen und uns selbst das Urteil sagen.
Auf einmal wird klein und nichtig, wie gut wir uns selber fanden.
Dann ist nur das eine wichtig: Wie wir hier zu Jesus standen.
Das wird ein Staunen geben, ein Köpfeverdrehn,
wenn wir nach diesem Leben vor Jesus stehn
und wenn wir - voll Hoffnung und doch beklommen -
dann endlich zu sehn bekommen,
wer ihn hier verstoßen hat, wer angenommen.

4. Christen sollen Wegweiser sein

Viertens (und letztens): Christen sollen Wegweiser sein. Was ist die Aufgabe Nr.1 von jemand, der noch nicht zu Jesus ge­hört? Sich von ihm retten lassen. Und was ist die Aufgabe Nr.1 von jemand, der bereits gerettet ist? Andere auf den Retter aufmerksam ma­chen. Ihnen sagen, dass man nur durch Jesus zum Va­ter kommt. Je­sus ist der Weg - wer Jesus ablehnt, kommt nicht ans Ziel. Je­sus ist die Wahrheit - wer ihn ablehnt, lebt in der Lüge. Je­sus ist das Leben - wer ihn ablehnt, dem bleibt nur der Tod. Das müssen wir den Menschen um uns her sagen, das sind wir ih­nen schuldig, weil wir den Weg, die Wahrheit und das Leben ken­nen. In idea-spektrum, dem Informationsdienst der Evangeli­schen Al­lianz, war kürzlich folgende Karikatur abgebildet: Ein Pfarrer hebt beschwichtigend die Hände und sagt zu seinem Besu­cher: "Um Gottes willen - ich will Sie doch nicht bekehren!" Darauf der Besucher: "Um Gottes willen sollten Sie mich aber bekehren!" - Wissen eigentlich Ihre Nachbarn und Ihre Arbeits­kollegen, dass Sie Jesus gehören? Manche Christen schleichen so erfolgreich getarnt durchs Leben, dass man meint, sie hätten eine Wette mit­einander geschlossen, wer es schafft, inkognito im Himmel anzu­kommen. Hoffentlich erkennt dann wenigstens Gott sie!

Vielleicht halten manche den Hinweis auf die Hölle für Angstma­cherei, für Psy­choterror. Ich weiß nicht. Wenn ich zu einem kleinen Kind sage: Geh nicht allein vor die Tür; es könnte ein Löwe draußen sein!, dann ist das lächerlich; es ist eine Lüge. Aber wenn ich sage: Geh nicht allein raus; draußen ist so ein starker Verkehr!, dann ist das eine echte und begründete War­nung. Wenn uns die Bibel auf das Gericht aufmerksam macht, dann nicht, um uns mit etwas Erfundenem Angst einzujagen, sondern um uns mit der Wirk­lichkeit zu konfrontieren. "Zum Vater kommt man nur durch Je­sus." Vielleicht riecht das für manche nach An­maßung. Aber wir maßen uns nichts an; wir wiederho­len nur, was der gesagt hat, der als einziger Bescheid weiß. Vielleicht klingt das für manche engstirnig: "nur durch Jesus". Nicht durch Mohammed? nicht durch Buddha? nicht durch Brahma? nicht durch einen Fetisch? nicht durch eine Ikone? nicht durch Maria? nicht durch das Halten von Geboten? nicht durch Opfer? nicht durch feierliche Gottesdienste? Nein, nur durch Jesus. Einen anderen Weg gibt es nicht; wer einen anderen Weg sucht, sucht karierte Maiglöckchen. Alle Wege führen nach Rom, meinetwegen, aber zu Gott führt nur einer. Es gibt nur einen Retter und da­her auch nur einen Weg zur Rettung. Warum sagt Jesus das so ein­dringlich? Warum wiederholt er es so hartnäckig? Weil er sich was darauf einbildet? Oder weil er die Konkurrenz fürch­tet? Nein. Jesus sagt das, weil er weiß, dass es Tatsache ist, und weil er uns lieb hat. Er möchte uns rechtzeitig die Augen öffnen über unseren Zustand und für sein Angebot; er möchte uns war­nen vor dem Versuch, den Zugang zum Himmel woanders zu su­chen als bei ihm; er möchte uns schützen vor dem Untergang und möchte uns gewinnen für die echte Freiheit und die echte Freude. Er, die Wahrheit, möchte uns heraushelfen aus der Lüge; er, das Leben, möchte uns herausführen aus dem Tod. Wir haben unseren Mitmenschen nichts Wichtigeres zu sagen, und wir haben ihnen nichts Besseres zu sagen. Und indem wir es ihnen sagen, tragen wir dazu bei, dass sich die Hölle entvölkert und der Him­mel bevölkert.

Es gibt noch ein drittes Lied von Manfred Siebald, das hierher passt - aller guten Dinge sind drei. Es richtet sich an alle die, die den Weg kennen, und spricht von der Aufgabe, die sich daraus für sie ergibt. Mit diesem Lied möchte ich schließen.

Wer das Wasser in der Wüste kennt und es verschweigt,
der ist schuld, wenn Sterbende es übersehn.
Wer im Moor die festen Wege kennt und sie nicht zeigt,
der ist schuld daran, wenn andre untergehn.
Glaub doch nicht, zu Gott käm schließlich jeder sowieso,
und der Weg sei einerlei.
Mancher Weg ist blind und endet bald schon irgendwo;
manche Spur führt weit und führt an Gott vorbei.
Was du weißt, das sag in Liebe, aber sag es klar:
dass kein Mensch sich retten kann.
Nur am Kreuz, wo Christus starb und für uns durstig war,
fängt der Weg zu Gott und seiner Quelle an.
Sprich mit dem, der ohne Christus auszukommen meint,
der nur lacht und widerspricht.
Jeder braucht den Mann am Kreuz, auch wenn es nicht so scheint;
mancher stirbt längst ohne ihn und merkt es nicht.
Wer das Wasser in der Wüste kennt und es verschweigt,
der ist schuld, wenn Sterbende es übersehn.
Wer im Moor die festen Wege kennt und sie nicht zeigt,
der ist schuld daran, wenn andre untergehn.