|
Seite 5 von 7
B.
Das Ziel
Ich habe jetzt immer nur
vom Weg in den Himmel gesprochen. Aber wo kommen wir denn schließlich an? Wie
sieht das Ziel aus? Johannes in der Offenbarung spricht von einem gläsernen
Meer und von einem Fluss mit Lebenswasser, an dessen Ufer der Lebensbaum wächst,
und von einer Stadt mit Perlentoren und Edelsteinmauern und goldenen Straßen,
durchsichtig wie Glas. Johannes kann gar nicht genug aufzählen von der Schönheit
und Herrlichkeit der neuen Welt. Aber er ist sich bewusst, dass er Dinge sieht,
für die es in unserer vergänglichen Welt im Grunde keine Vergleiche und keine
Worte gibt. Was er sieht, lässt sich mit unserer Sprache sicher nicht besser
formulieren, und doch wird die Wirklichkeit noch viel herrlicher sein. Wir
werden nicht sagen: Ach ja, kenn ich, das gläserne Meer, genau wie Johannes es
beschrieben hat. Nein, was wir sehen, wird uns einfach umhauen, so unbeschreiblich
wird es sein.
Mit
einem Wort: der Vater
Jesus an unserer Stelle
beschreibt den Himmel ebenfalls, aber er schlägt einen anderen Weg ein, den der
Beschränkung auf das Entscheidende. Erst spricht er noch vom "Haus meines
Vaters", und nachher, wo er vom Weg und vom Ziel redet, sagt er schlicht
und einfach: "der Vater". "Zum Vater kommt man nur durch
mich." Es ist, als wollte Jesus sagen: Wenn du den Himmel mit einem Wort
zusammenfassen willst - hier hast du es: Gott,
der Vater. Vergiss alles andere - die goldene Stadt, die Blätter vom Baum des
Lebens, die Engelchöre -; das alles ist nur Rahmenwerk und Beigabe. Die
Herrlichkeit des Himmels besteht letztlich in einem einzigen: in Gott. Adolf Schlatter, der große Tübinger Theologe
aus der Schweiz, der ja auch hier in Basel studiert hat, erzählt einmal, wie
man seinem Vater, als der im Sterben lag, zu seinem Trost und seiner Hoffnung
die Schönheit des Neuen Jerusalems beschrieb, bis sein Vater plötzlich rief:
"Es verlangt mich nicht nach diesem Plunder; mich verlangt danach, am Hals
des Vaters zu hängen!" Asaph betet in Psalm 73, 25: "Wen habe ich im
Himmel außer dir?" Und im Grunde genommen sagt auch Johannes in der Offenbarung
genau dasselbe (Offenbarung. 21, 22f
und Offenbarung 22, 3b-5): "Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Der
Herr selbst, der allmächtige Gott,
ist ihr Tempel, er und das Lamm. Auch sind weder Sonne noch Mond nötig, um der
Stadt Licht zu geben. Sie wird von der Herrlichkeit Gottes
erhellt; das Licht, das ihr leuchtet, ist das Lamm ... Der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt sein, und
alle ihre Bewohner werden Gott
dienen und ihn anbeten. Sie werden sein Angesicht sehen und werden seinen Namen
auf ihrer Stirn tragen ... Gott
selbst, der Herr, wird ihr Licht sein." Der Himmel ist ein begehrenswertes
Ziel, weil wir dort Gott sehen und
mit ihm sprechen dürfen. Ohne Gott wäre
der Himmel leer und verlöre jede Attraktion; ohne Gott
wäre der Himmel kein Himmel mehr; ohne Gott
wäre der Himmel die Hölle.
Auf
Erden ist der Himmel los
Übrigens: Weil das
Entscheidende am Himmel Gott, der
Vater, ist und weil Jesus uns bereits hier und heute den Zugang zu seinem Vater
schenkt, erleben Christen jetzt schon ein Stück Himmel auf Erden; sie erfahren
jetzt schon etwas davon, wie es einmal sein wird, wenn auf Erden der Himmel los
ist.
|