|
Seite 2 von 7
Ohne
Jesus kein Weg
Zum einen: Ohne Jesus würde
es den Weg zum Himmel gar nicht geben! Wenn mir einer den Weg zum Mühlestiegrain
50 erklärt hat, kann er ruhig verschwinden. Der Weg verschwindet schließlich
nicht mit ihm zusammen. Nimm den Wegweiser weg - der Weg ist immer noch da.
Aber versuch mal auf Jesus zu verzichten - da ist plötzlich nur noch Morast
nach allen Seiten, und es gibt kein Durchkommen, auch nicht aufs Geratewohl.
Schieb Jesus zur Seite - dann ist da nur noch ein gähnender Abgrund zwischen
Himmel und Erde. Jesus ist die Brücke, die Gott
über diesen Abgrund gebaut hat. Jesus ist der rote Teppich, den Gott vor unseren Füßen ausgerollt hat, damit wir
wieder in Ehren bei ihm aufgenommen werden. Jesus selbst ist der Weg. Natürlich
ist er auch Wegweiser, natürlich ist er auch Wegbegleiter, aber das greift zu
kurz, das wäre zu wenig, diese Rolle könnten auch andere übernehmen. Nein,
Jesus ist der Weg selbst. Ohne Jesus gäbe es gar keinen Weg, und alle Wegweiser
und Wegbegleiter stünden arbeitslos herum.
Kreuz
und Auferstehung - die Brücke über den AbgrundZum zweiten: Wenn Jesus
höchstpersönlich der Weg zum Himmel ist, dann muss dieser Weg mit seinem
Erleben zu tun haben, mit seiner Biographie. Jesus deutet es - ziemlich
geheimnisvoll - an; er sagt: "Ich gehe dorthin, um einen Platz für euch
vorzubereiten." Was heißt das denn konkret: "Ich gehe dorthin?"
Wie sah denn dieses Hingehen aus? Was wartete denn als nächstes auf Jesus?
Etwa eine prächtige Kutsche mit feurigen Pferden, die ihn in den Himmel holen
sollte? Das glatte Gegenteil: Auf Jesus wartete ein Verräter aus dem engsten
Freundeskreis; auf Jesus wartete ein Trupp Soldaten, die ihn festnahmen und abführten;
auf Jesus wartete eine feige, unfaire Verurteilung zum Tod, eine brutale
blutige Auspeitschung und schließlich das Kreuz, die schrecklichste und
erniedrigendste Hinrichtungsart, die sich Menschen je ausgedacht haben. Und das
war nur die Außenseite des Geschehens, das, was auch die anderen mitbekamen.
Auf Jesus wartete noch etwas ungleich Schlimmeres: unsere Schuld. Der
eigentliche Grund, warum Jesus starb, waren nicht die Qualen des Kreuzes; Jesus
starb an unserer Sünde. Die hat ihm das Genick gebrochen; die hat ihn das Leben
gekostet. Nicht der jüdische Hohepriester Kajaphas ist schuld an Jesu Tod, nicht
der römische Gouverneur Pilatus, sondern wir, wir alle mit unserem Widerstand
gegen Gott und unserer Gleichgültigkeit
gegenüber unseren Mitmenschen und unserer heillosen Selbstverliebtheit. Sein
ganzes Leben lang hatte Jesus mit Sünde nichts am Hut, aber jetzt hatte er sie
am Hals. Er, der die Sünde bis aufs Blut bekämpfte, besiegte sie jetzt, indem
er sein Blut für uns vergoss. Er hat sich unsere Schuld freiwillig aufgeladen
und mit ihr die Folgen, das Gericht, die Trennung von Gott.
Daran starb Jesus. Es heißt in Johannes 1, 29: "Seht, hier ist das Opferlamm
Gottes, das die Sünde der ganzen
Welt wegnimmt!" Und im Römerbrief heißt es: "Ihn hat Gott vor den Augen der ganzen Welt zum Sühneopfer für
unsere Schuld gemacht. Durch sein Blut, das er vergossen hat, ist die Sühne
geschehen, und durch den Glauben kommt sie uns zugute" (Römer 3, 25). Und
in Römer 4, 25 heißt es: "Jesus wurde wegen unserer Verfehlungen dem Tod
preisgegeben. Aber dann heißt es dort gleich weiter: "... und seine
Auferstehung bringt uns den Freispruch." Jesus blieb nicht im Grab. Er
wurde wieder lebendig. Das Leben war stärker als der Tod. Mit der Auferstehung
wurde das stellvertretende Opfer Jesu rechtskräftig. Und damit ist für uns der
Weg frei - der Weg in den Himmel. Den Graben, den wir mit unserer Sünde
aufgerissen haben, hat Jesus wieder zugeschüttet. Er lebte letztlich nicht, um
zu sterben, sondern starb, damit wir mit ihm leben können. Es gibt wieder einen
Weg zu Gott.
"Ich gehe
dorthin", hat Jesus zu seinen Jüngern gesagt, und er wusste genau, was das
bedeutet. Er wusste, was für Schrecken als nächstes auf ihn warteten. Er war
nicht überrumpelt vom Verrat des Judas und von der Kreuzigung. Er wusste, wie
bitter sein persönlicher Weg werden würde. Aber er wusste auch, dass er so und
nur so der Weg für uns werden würde. Als er am Kreuz hing, rief er nicht:
"Jetzt ist alles verloren!", sondern: "Jetzt ist alles
vollbracht!" Also: Jesus sagt dieses wunderbare Wort: "Ich bin der
Weg" ganz bewusst am Vorabend seiner Passion. Denn hier liegt der Schlüssel:
Sein Sterben bildet die Brücke zu Gott.
Der Weg zur Hölle ist mit unseren guten Vorsätzen und unseren bösen Taten
gepflastert. Aber der Weg zum Himmel ist mit Jesu Kreuz und Auferstehung
gepflastert.
|