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Erstes
Dia: Bangemachen gilt nicht
Es gibt zahllose Gemälde,
auf denen der Apostel Paulus dargestellt ist - so, wie ihn sich der jeweilige
Künstler vorgestellt hat. Meist sieht man da einen gesetzten älteren Herrn mit
wallenden Gewändern und Rauschebart - sehr würdig, aber auch ziemlich steif und
unbeweglich.
Wenn ich in der
Apostelgeschichte lese, entsteht bei mir ein ganz anderes Bild von diesem Mann.
Was war Paulus für ein Tausendsassa! Wo hat er nicht alles mitgemischt,
engagiert und couragiert bis in die Haarspitzen! Und nirgends ließ er sich
unterkriegen - ein richtiges Stehaufmännchen. Paulus, der Abenteurer Gottes.
Nehmen wir z. B. Kapitel 21.
Paulus befindet sich gerade im Tempel in Jerusalem. Mit einem Mal fällt eine
aufgehetzte Menschenmenge über ihn her. Sie zerren ihn aus dem Tempel, schlagen
auf ihn ein, prügeln ihn halbtot. Und sie hätten ihn bestimmt auch noch
mausetot geschlagen, wenn nicht in letzter Sekunde der Kommandant der römischen
Garnison mit seinen Soldaten eingegriffen hätte. Er befiehlt, Paulus zu fesseln
und in die Kaserne zu bringen. Die Meute tobt dermaßen, daß die Soldaten Paulus
hochheben und über ihren Köpfen tragen müssen, damit er nicht gelyncht wird!
Vom Tempelplatz geht es eine große Freitreppe hoch, und endlich steht man vor
dem Eingang der Kaserne - geschafft! Gleich öffnen sich die Kasernentore, dann
ist man in Sicherheit.
Unsereins hätte nur noch
diesen einen Gedanken: Nichts wie da rein, und dann erst mal die Augen
schließen und tief durchatmen! Und dann würden wir unsere Wunden lecken; wir
würden unsere Knochen abtasten, ob sie alle noch heil sind, würden Eisbeutel
auf die blauen Flecken pressen, den Kopf zurücklegen, um das Nasenbluten zu
stillen, und uns verarzten lassen.
Und was macht Paulus?
„Moment mal, Kommandant! Bevor ihr mich da reinbringt - dürfte ich wohl noch
kurz zu meinen Landsleuten sprechen?" Und er stellt sich auf die oberste Stufe
der Freitreppe, bittet mit einer Handbewegung um Ruhe und beginnt eine Rede. Er
erklärt seinen Zuhörern, wie es bei ihm zu einer Lebenswende kam. Einerseits
rechtfertigt er damit sein Handeln, für das sie ihn halbtot geprügelt haben;
andererseits lädt er sie damit ein, sich ebenfalls auf die Seite von Jesus Christus
zu stellen.
Verrückt, nicht? Woher hatte
Paulus bloß die Kraft? Woher nahm er die Konzentration? Eine Rede halten in dem
Zustand! Einfach irre! Wissen Sie, was ich daran sehe? Der Dienst für Jesus
macht mutig! Ich glaube kaum, daß Paulus von Haus aus so ein Held war. Was ihn
so mutig machte, war die Sache, für die er eintrat. Es war die Begeisterung für
das Evangelium, diese einzigartige, unüberbietbare Botschaft. Es war die Liebe
zu seinen Landsleuten, die er für Christus gewinnen wollte. Es war die Liebe zu
Christus selbst und die Bewunderung, die er ihm entgegenbrachte. Für Jesus
arbeiten zu dürfen beflügelt. Jesus macht klug; Jesus macht lebenstüchtig.
Jesus nimmt uns die Angst.
Deshalb gilt Bangemachen
hier nicht. Die Rolle von Angsthasen steht uns Christen nicht. Außerdem leben
Angsthasen gefährlich - sie landen in der Regel auf dem Teller des Jägers. Wir
haben wirklich keinen Grund, den Hasenfuß zu spielen. Wir haben die beste
Nachricht - das Evangelium. Wir haben den mächtigsten Arbeitgeber - Gott. Wir
haben den klügsten und liebevollsten Freund - Jesus. Wenn das kein Ansporn ist,
für ihn zu arbeiten! Der Dienst für Jesus macht mutig.
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