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Die Ecke der Übersetzer Drucken E-Mail

Wolfgang Loy – Übersetzer NGÜ an den Psalmen

Wolfgang Loy
Wolfgang Loy
Seit 1992 bin ich Mitarbeiter im Übersetzerteam der NGÜ. Zunächst lag meinAufgabenschwerpunkt im Neuen Testament, seit 2000 konzentriere im mich auf die Arbeit an den Psalmen. Wie sieht dies konkret aus?
Unsere Ausgangsbasis ist immer der Grundtext, in meinem Fall also die Psalmen in hebräischer Sprache. Unter Einbezug von Wörterbüchern und Kommentaren erstelle ich eine versweise Analyse, z. B. frage ich:

  • Was ist die genaue Bedeutung dieser oder jener schwierigen Stelle?
  • Gibt es hebräische Handschriften, die vom Normaltext abweichen?
  • Bieten sich - bei abweichenden Meinungen der Kommentatoren – alternative Übersetzungsmöglichkeiten, die wir durch eine Oder-Fußnote festhalten sollten?
  • Welche Feinheiten des hebräischen Wortlautes sollten bei einer Wiedergabe in unserer Sprache keinesfalls verloren gehen? usw.

Nach diesem gründlichen Durchgang erstelle ich einen ersten Textentwurf in Deutsch, einschließlich der nötigen Fußnoten. Und diese sog. A-Version übergebe ich zur stilistischen Weiterbearbeitung an Frau Siepmann.

Meine Arbeit an den Psalmen mache ich sehr gerne, und sie gibt mir ausser der Freude an der Vertiefung der eigenen Bibelkenntnis auch einen geistlichen Gewinn: Gottes Wort – in allen seinen Teilen – ist und bleibt lebendig, schärfer als jedes beidseitig geschliffene Schwert. Das gilt eben auch für den Übersetzer! Insofern wird selbst wissenschaftliches Studieren über den Büchern zu einem zusätzlichen persönlichen geistlichen Gewinn.

Dankbar bin ich auch, dass ich bei der Endbearbeitung unseres Neuen Testaments in exegetische Entscheidungen miteinbezogen werde. Das bringt Abwechslung, Erweiterung der Perspektive, und nicht zuletzt neue Frische für die ‚Routinearbeit’ an den Psalmen.
Wolfgang Loy

Christa Siepmann - Bearbeitung der NGÜ-Psalmen

Christa Siepmann
Christa Siepmann
Während meiner 19-jährigen Tätigkeit als Bibelübersetzerin habe ich die Arbeit in einem Team zu schätzen gelernt. So bin ich sehr froh darüber, mit Wolfgang Loy das Psalmenteam der NGÜ zu bilden.
Bis ein Psalm den Lektoren zum Lesen gegeben wird, haben wir vier Arbeitsschritte:

1. Wolfgang Loy übersetzt den Psalm aus dem Hebräischen und erläutert in einem beiliegenden Dokument seine exegetischen Entscheidungen.
2. Diese Erstübersetzung wird von mir revidiert, vor allem in stilistischer
Hinsicht. Gerade bei den Psalmen bemühe ich mich darum, einen poetischen Stil mit entsprechendem Satzrhythmus zu finden. Bei diesem Arbeitsschritt vergleiche auch ich nochmals mit dem Ausgangstext, dabei konsultiere ich sowohl die exegetischen Anmerkungen von Herrn Loy als auch einige Kommentare zu den Psalmen. Denn auch jede stilistische Veränderung muss den hebräischen Grundtext im Auge behalten!
3. Der revidierte Text geht zurück an Wolfgang Loy, der nun nochmals Vers für Vers durcharbeitet und schriftlich festhält, wo er bei meiner Version Änderungsvorschläge hat.
4. Beim letzten Arbeitsschritt überprüfe ich alle Änderungsvorschläge sorgfältig und erstelle dann die Endversion des Psalms. Diese wird dann den Lektoren vorgelegt.

Christa Siepmann

Andreas Symank – Übersetzer NGÜ am NT

Andreas Symank
Andreas Symank
Der Entstehungsprozess der NGÜ, an dem ich von Anfang an beteiligt war, recht weit zurück. Nach einer längeren Versuchs- und Testphase hatten sich 1986 klare Vorstellungen herauskristallisiert, wie eine neue deutsche Bibelübersetzung beschaffen sein sollte. Viele Jahre lang hat dann ein kleines Team (in wechselnder Besetzung) neutestamentliche Texte übersetzt. Seit einiger Zeit bin ich nun der einzige, der noch im Bereich des NT tätig ist, und zwar bin ich (wie schon in den Jahren davor) für die Endfassung der Texte zuständig. Doch um diesen Punkt zu erreichen, muss ein langer Weg zurückgelegt werden. Zunächst übersetze ich ein neutestamentliches Buch unmittelbar aus dem Griechischen, arbeite dann – soweit vorhanden – bereits bestehende Entwürfe ein, konsultiere Kommentare und vergleiche das Ergebnis mit anderen Übersetzungen.

Nach einem halben Dutzend Durchgängen wird der Text externen Lektoren vorgelegt, die ihn auf Verständlichkeit und guten Stil hin durchsehen. Gleichzeitig überprüft ein Mitarbeiter aus dem NGÜ-Team die exegetischen Entscheidungen. Vom Auswerten dieser Begutachtungen bis zum definitiven Text ist nochmals mit drei bis fünf Durchgängen zu rechnen. Was lange währt … Es ist mein ständiges Gebet, dass das Ergebnis Gott ehrt und dazu beiträgt, dass Christen wie Nichtchristen seine Botschaft – die beste aller Botschaften – noch besser verstehen.
A. Symank