Übersetzung der Psalmen (Christa Siepmann)
 Christa Siepmann
Liebe NGÜ-Freunde
Bei unserer Arbeit an den Psalmen im Zweierteam sind Wolfgang Loy und
ich mittlerweile gut vorangekommen. Es gibt nunmehr 32 Psalmen, bei
denen wir alle vier Arbeitsschritte durchlaufen haben:
- Die Erstübersetzung aus dem Hebräischen (Wolfgang Loy)
- Die Revision der Übersetzung (Christa Siepmann)
- Die Begutachtung der Revision (W. Loy)
- Die vorläufige Endfassung
Zehn dieser Psalmen sind in der Zwischenzeit den externen Lektoren
übergeben worden, und Herr Loy und ich sind gespannt auf ihre
Anmerkungen! So ist nun auch der vorliegende Ausschnitt aus Psalm 51
eine noch nicht endgültige Fassung. Doch freut es unsere Leser sicher,
immer wieder mal einen „Zwischeneindruck“ zu bekommen.
Christa Siepmann
Psalm 51
Gott, vergib mir
meine Schuld!
1 Für den
Dirigenten, ein Psalm Davids,
2 entstanden,
nachdem der Prophet Nathan gekommen war, weil David mit Bathseba Ehebruch
begangen hatte.
3 Sei mir gnädig, o
Gott - du bist doch reich an Gnade!
In deiner großen Barmherzigkeit lösche meine
Vergehen aus!
4 Wasche meine
Schuld gründlich von mir ab,
und reinige mich von meiner Sünde!
5 Denn ich erkenne
meine schweren Vergehen,
und meine Sünde ist mir ständig vor Augen.
6 Gegen dich allein
habe ich gesündigt,
ja, ich habe getan, was in deinen Augen böse
ist.
Durch mein Bekenntnis will ich deutlich
machen, dass du im Recht bist mit deinem Urteil,
dass dein Richterspruch wahr und lauter ist.1
7 Du weißt es: Von
Geburt an lastet Schuld auf mir;
schon meine Mutter war mit Sünde behaftet,
als sie schwanger wurde.2
8 Und doch: Du
liebst es, wenn ein Mensch durch und durch aufrichtig ist;
so gib mir doch im Verborgenen meines
Herzens Weisheit zu erkennen!3
9 Reinige mich von
meiner Sünde -
so wie der Priester dies mit einem
Ysopbüschel tut -
dann bin ich wirklich wieder rein.
Wasche meine Schuld von mir ab, dann werde
ich weißer sein als Schnee.4
10 Lass mich wieder
etwas Wohltuendes hören und Freude erleben,
damit ich aufblühe, nachdem du mich so
zerschlagen hast5.
1 W (Vers 6b) Auf dass du gerecht da stehst in deinem
Reden, rein in deinem Richten. Vgl. Römer 3,4. David
leugnet in diesem Vers nicht seine Schuld gegenüber Urija, dem Ehemann von
Bathseba. Er erkennt an, dass die Sünde zwischen Menschen letztlich ein
Ausdruck des Verhältnisses zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer ist.
2 W Siehe, in Schuld bin ich geboren, in Sünden hat meine Mutter mich
empfangen.
3 W Siehe, du hast Gefallen an der Wahrheit im Verborgenen/Inneren,
im Geheimen lehre du mich doch (od lehrst du mich)Weisheit.
4 W Entsündige mich mit Ysop, und ich werde rein sein; wasche mich,
und ich werde weißer sein als Schnee. Als Vorstellung dienen der
priesterliche Ritus und das Verhalten des sich Reinigenden in 3. Mose 14 und 4.
Mose 19.
5 W damit die Gebeine jubeln, die du zerschlagen hast.
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